Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

News & Infos rund um den Verein

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Gerry Wildkop » 5. Mär 2010, 10:21

Grateful Kriens hat geschrieben: Von daher sollten ja alle "endlich mal den Sportweg räumen"-Poster zufrieden sein, hier wird "Nulltoleranz"-Politik so durchgezogen wie von all den Populisten gefordert....für alle Unbeteiligten bleibt halt nur die Möglichkeit, bei den nächsten Wahlen eine politische Richtung zu wählen, wo Menschenverstand was zählt resp. überhaupt vorhanden ist.


Volle Zustimmung!
***********************
-------ON TOUR 2010-------
***********************

- Wer Bier schmeisst ist voll.
- Kein Derby ohne Tradition.
- Drauflaufen? Nicht unser Style!

Bild
Benutzeravatar
Gerry Wildkop
 
Beiträge: 386
Registriert: 25. Jan 2010, 07:42

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon No. 9 » 5. Mär 2010, 11:26

hehe locker bliibe..........de Sportwäg hed sech ide letschte Johre rächt gmacht, frühner esch aso vell schlemmers Gsendel donde gsii........ Mühliwäg wär en Alternative....;-) :ch2:
Benutzeravatar
No. 9
 
Beiträge: 88
Registriert: 29. Jan 2010, 14:54

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Gerry Wildkop » 7. Mär 2010, 09:36

Ribeiro war den Bundesbehörden nicht gut genug

Sein Palmarès als Profifussballer genügte schlicht und einfach nicht: Gestern musste SC-Kriens-Spieler Ribeiro nach Brasilien abreisen.

Wazlaw Wachnek, Zaglebie Lubin, Polen: «Ribeiro war hier zu Testspielen. Einen Vertrag erhielt er aber keinen.»

Als Profifussballer hatte Thiago Ribeiro in der Schweiz keine Chance. Nicht, weil der Brasilianer beim Challenge-League-Verein SC Kriens als Spieler nicht genügt hätte. Nein, Ribeiro scheiterte an den Spielregeln der Einwanderungsbehörden in Bern. Denn für Arbeitssuchende aus sogenannten Drittstaaten – weder EU- noch Efta-Mitglied – verlangt der Bund von den Einwanderern hohe berufliche Qualifikationen. Das gilt für Geologen ebenso wie für Ingenieure. Und für Fussballer heisst das: eine mindestens dreijährige solide Wettkampferfahrung auf internationalem Niveau. Das heisst, Meisterschaftserfahrungen in einer der obersten Ligen. Das tönt zwar alles nicht sehr griffig. Zumal nicht festgehalten wird, welche Ligen gemeint sind. Ein dreijähriges Engagement in Norwegens höchster Spielklasse würde demnach genügen. Zwei Jahre in Italiens renommierter Serie A hingegen nicht.

Es fehlte am Goodwill

Im Fall von Ribeiro spielen diese Überlegungen aber überhaupt keine Rolle. Das sieht auch René Distel, Sportchef beim SC Kriens, so: «Seitens des Bundes wäre im Fall von Thiago sehr viel Goodwill nötig gewesen, damit er seine Profikarriere bei uns hätte fortsetzen können. Ich bedaure seinen Abgang. Einen gleichwertigen Spieler mit Schweizer Pass können wir uns in Kriens nicht leisten.»

Ribeiro gab sich zwar alle Mühe, seinen Werdegang als Fussballer möglichst vorteilhaft aussehen zu lassen. Bei näherem Betrachten lässt sich das Fazit ziehen: Ribeiros Lebenslauf wirkt beschönigend. Zu erwähnen ist dabei das Engagement beim belgischen Topligaverein Molenbeek. 2001/02 will Ribeiro dort gespielt haben. Molenbeek fusionierte vor acht Jahren mit Strombeek zum FC Brüssel. Dessen Sprecher, Jo De Rob, fand jedoch im Klubarchiv keinen Hinweis, dass Ribeiro je in der Meisterschaft für Molenbeek gekickt hätte. Bei einer weiteren Station in Ribeiros Karriere erinnert sich der Medienverantwortliche hingegen an ihn. Wazlaw Wachnek vom polnischen Verein Zaglebie Lubin: «Ribeiro war hier zu Testspielen. Einen Vertrag erhielt er aber keinen.»

Bereits einmal abgewiesen

Dass es mit Ribeiros Bleiben in der Schweiz nicht klappte, könnte auch damit zusammenhängen, dass er bereits vor vier Jahren auf dem Radar der Berner Einwanderungsbehörden auftauchte. 2006 versuchte der Zürcher Verein YF Juventus, für Ribeiro eine Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. YF-Präsident Piero Bamert erinnert sich: «Bern lehnte aber ab.»

Nach seiner Ankunft in São Paulo wird sich Ribeiro dem Drittligisten Comercial anschliessen und dort trainieren, wie unsere Zeitung bereits berichtete. Ribeiro will aber mit Kriens in Kontakt bleiben und später in die Schweiz zurückkehren.

Thomas Heer, Kommentar Seite 35

Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 07.03.2010


Kein Freipass für Spielervermittler

Das Bundesamt für Migration entschied: Der Leistungsträger des SC Kriens, Thiago Ribeiro, darf in der Schweiz nicht länger als Profisportler arbeiten. Gestern reiste er in sein Heimatland Brasilien zurück. Das ist ein harter Schlag für ihn, menschlich wie sportlich. Auch bei vielen Vereinsmitgliedern hinterlässt das Verdikt einen schalen Nachgeschmack, bei den Krienser Fans sowieso.

Bern hat aber richtig entschieden. Denn Brasilien ist kein Land des EU- oder Efta-Raumes. Will ein Südamerikaner in der Schweiz arbeiten, muss er hochqualifiziert sein. Die Einwanderungsbehörden fordern auch für arbeitswillige Spitzensportler einen gehobenen Qualitätsstandard. Für Fussballer heisst das: Der Spieler muss mindestens drei Jahre regelmässig in einer europäischen Spitzenliga zum Einsatz gekommen sein. Und diese Bedingung erfüllt Ribeiro nicht.

Über die Richtlinien des Bundes lässt sich diskutieren. Sie sind vage formuliert und sorgen nicht zwingend dafür, dass der gewünschte Qualitätslevel auch erreicht wird. Explizit heisst es etwa aus Bern, es spiele keine Rolle, in welchem Land ein Berufsspieler seine Erfahrung gesammelt hat.

Trotzdem muss der Bund Leitplanken setzen. Zum einen ist die Zahl der einwanderungswilligen Arbeitnehmer aus Drittländern an Kontingente geknüpft. Zum anderen ist es richtig, dass Bern dafür sorgen möchte, den Berufssportlern aus Afrika oder Südamerika möglichst lange und erfolgreiche Karrieren zu ermöglichen. Es kann nicht angehen, dass gewinnorientierte Spielervermittler mit zig drittklassigen Athleten aus Übersee dank Kurzaufenthalten den Reibach machen. Mit Spielern wohlgemerkt, die im bezahlten Fussball in der Schweiz alleweil noch genügen würden.

Hinweis: Den Artikel zur Ausweisung von Thiago Ribeiro finden Sie im Regionalteil.

Thomas Heerthomas.heer@neue-lz.ch

Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 07.03.2010
***********************
-------ON TOUR 2010-------
***********************

- Wer Bier schmeisst ist voll.
- Kein Derby ohne Tradition.
- Drauflaufen? Nicht unser Style!

Bild
Benutzeravatar
Gerry Wildkop
 
Beiträge: 386
Registriert: 25. Jan 2010, 07:42

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Grateful Kriens » 7. Mär 2010, 10:38

Interessanter Artikel. Mir war eine solche Regelung aus England bekannt, wo sogar Nationalmannschafseinsätze Pflicht sind.
Aufgrund der vielen Spieler, die in den beiden Schweizer Spitzenligas spielen und die diese Auflage auch nicht erfüllt haben, gehe ich mal davon aus, dass es eben schon möglich gewesen wäre, für solche Spieler eine Aufenthals- und Arbeitsbewilligung zu erhalten. Weiss da jemand mehr darüber? Scheiterte Ribeiro an falschen Angaben betreffend seiner Vergangenheit wo er für eine Ausnahme doch nur hätte von Anfang an mit offenen Karten spielen sollen? Irgendwelche Kriterien gibt es doch für Ausnahmen, sonst müsste ja fast die ganze Liga inkl. dem Verband, der die Kontingentliste absegnet, ein Bundesgesetz missachtet oder gezielt umgangen haben!?! Da auch im Falle von Ribeiro der Verband die Spielbewilligung gab, habe ich immer mehr das Gefühl, dass mit diesem Fall ein Präzendenzfall geschaffen wurde, der noch ganz viel Ärger nach sich ziehen wird.

Come On Kriens!
Grateful Kriens
 
Beiträge: 27
Registriert: 25. Jan 2010, 12:47

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Wichlere » 7. Mär 2010, 19:24

""Bern hat aber richtig entschieden. Denn Brasilien ist kein Land des EU- oder Efta-Raumes. Will ein Südamerikaner in der Schweiz arbeiten, muss er hochqualifiziert sein. Die Einwanderungsbehörden fordern auch für arbeitswillige Spitzensportler einen gehobenen Qualitätsstandard. Für Fussballer heisst das: Der Spieler muss mindestens drei Jahre regelmässig in einer europäischen Spitzenliga zum Einsatz gekommen sein. Und diese Bedingung erfüllt Ribeiro nicht.""

Der Witz des Tages von diesem Journalisten. Spiel zuerst 3 Jahre bei Real Madrid, dann darfst du zu Kriens kommen - um mehr zu verdienen. Oder als Greis. Tolle Logik. Hat dieser Experte auch schon mal die Kontingentlisten der Schweizer Clubs angeschaut? Servette verpflichtete kürzlich einen von der Elfenbeinküste, problemlos, ohne Umweg über ein anderes Land. Ach so, die Elfenbeinküste ist mehrfacher Weltmeister.

Für wie blöd hält uns das Bundesamt - und die Presse? Warum nicht gleich sagen, dass krumme Dinge gelaufen sind? Nur: In diesen Ländern ist Dokumentenfälschung an der Tagesordnung, lediglich eine Frage des Preises.
Wichlere
 
Beiträge: 19
Registriert: 2. Mär 2010, 09:36

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon LEADER » 7. Mär 2010, 20:22

danke für die infos wichlere ... am meisten nervt mich auch die feststellung: bern hat richtig entschieden ... mal ganz abgesehen vom rechtlichen standpunkt, hat der journi bei der aussage auch die menschlichen und sportlichen aspekte gewichtet ... ? nein, weil er wohl ein lulli ist !!

kaum zu glauben, aber diese zählen aus meiner sicht in diesem konkreten falle VIEL mehr, als all das bünzligefotze welches unsere ämter in bern mal wieder abziehen !! wahrscheinlich will sich irgend so ein arschloch beim amt für migration profilieren oder sichs mit seinem boss nicht verbocken ... :cuss:

... oder thiago hat wirklich gröbere fehler begangen ? aber dann sollen diese in der begründung genannt werden, ansonsten ist der entscheid weiterhin absolut unverständlich und höchst beschämend für unser land ... weiter so liebe eidgenossenschaft, füttere all die schmarotzer und bestrafe das arbeitende fussvolk !!
Stand up for the boys in green !

Bild

http://www.festivalbus.ch
Benutzeravatar
LEADER
Administrator
 
Beiträge: 55
Registriert: 20. Jan 2010, 14:00

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Wichlere » 8. Mär 2010, 20:00

Ja, das mit dem Chef in Bern ist nicht falsch, nur ist er kein Bock, sondern die Dame aus dem Steinbock-Kanton. Ihre Untergebenen haben sich ihrem Niveau unverzüglich angepasst, das ist der Arbeitsplatzsicherheit dienlich. Es gibt dort ziemlich viele unfreiwillige Wechsel, seit die windige Schlümpfin das Sagen hat. :chainsaw:
Wichlere
 
Beiträge: 19
Registriert: 2. Mär 2010, 09:36

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon LEADER » 10. Mär 2010, 11:13

wunderschön formuliert ... ! betreffend arbeitsplatzsicherheit, wo beim bund wird NICHT nach diesem prinzip gearbeitet, kenne nichts anderes !!
Stand up for the boys in green !

Bild

http://www.festivalbus.ch
Benutzeravatar
LEADER
Administrator
 
Beiträge: 55
Registriert: 20. Jan 2010, 14:00

Re: Schock für SC Kriens: Ribeiro muss ausreisen !

Beitragvon Wichlere » 13. Mär 2010, 11:08

Die Schlümpfin, die dem Bundesamt vorsteht, das Ribeiro trotz Arbeitsvertrag aus dem Land verwiesen hat, findet es richtig, dass Sans-Papiers, also Leute, die illegal hier sind, einen Lehrvertrag abschliessen können. Der Nationalrat hat auch bereits zugestimmt. (Die Schule besuchen und Krankenkasse war schon bisher möglich.)

Nur zum Vergleich. Ich bin übrigens kein SVP-Wähler.
Wichlere
 
Beiträge: 19
Registriert: 2. Mär 2010, 09:36


VorherigeNächste

Zurück zu News / Infos

Wer ist online?

Mitglieder: 0 Mitglieder